Es kann nie genug Feedback geben. Darum gibt es diesmal nicht nur für die Sessions selber Feedback, sondern auch für alles was davor kam ✨

Player Safety

Immer wichtig, aber irgendwie ist die Technik noch nicht so ganz da. Ich finds gut, wie “ausführlich” wir das gemacht haben. Mit den uns gegebenen Mitteln haben wir das find ich ziemlich gut gelöst. Aber trotzdem schade, dass dieses Tool nicht so ganz für uns funktioniert hat. Wenn wir das nochmal nutzen wollen, sollten wir vlt einen kurzen Zeitraum (ein Wochenende oder so) festlegen, wo alle ihre Sachen angeben müssen. Und was spätere Änderungen / Anmerkungen angeht dann vlt direkt an den DM wenden. Im Nachhinein bin ich mir auch nicht sicher, dass das ein Thema ist, was von Prinzip aus anonym sein muss / sollte. Weil wenn eine Person hard limits hat, kann es ja auch mehr Sinn ergeben, die mit dir genauer zu besprechen, anstatt nur in 1-5 Worten zu beschreiben. Natürlich geht das nur, wenn das alle gut finden. Und was die anonymen Sachen angeht könnten wir überlegen, extra Tools dafür zu nutzen. Weil das mit den Google Umfragen ist ja auch irgendwie eher ein Workaround.

Wiki & Gemeinsames Planen der Welt

Ich glaub hier hab ich eine Meinung, die sich ggf. sehr von den anderen unterscheidet. Aber gerade darum könnte das ja auch gut sein, das einmal anzusprechen. Wie wir ja alle wissen, hab ich ziemlich damit gekämpft, die Zeit zu finden, mich auf die Kampagne vorzubereiten. Das liegt einmal natürlich an mir und würde bei jedem neuen Roleplay ein Problem darstellen, aber hier ist das glaub ich auch aus einem anderen Grund so ein Problem für mich gewesen. So wie wir das jetzt gemacht haben, gab es ja sehr viele unterschiedliche Wege, wie wir Inforamtionen über die Welt bekommen haben. Ich zähl die mal so ein bisschen für mich auf und zieh am Ende ein Fazit für mich daraus.

Wiki

Das Wiki ist ja der most obvious Weg, wie wir an Informationen kommen können. An sich find ich die Idee richtig cool, aber ich hatte da ein bisschen Probleme, richtig mit zu arbeiten. Du hast ja den Changelog auf dem Wiki und iirc auch einmal gesagt, dass es neue Infos auf dem Wiki gibt, aber ansonsten war für mich nicht ganz klar, wann sich das Wiki ändert. In der Praxis hieß das, dass ich mir einmal relativ viel Zeit genommen habe, mir das Wiki durchzulesen, dann aber über die nächsten Wochen immer im Hinterkopf haben musste, dass meine Informationen ggf. schon outdated sind und immer wenn irgendjemand über die Welt geredet hat, hatte ich das Gefühl, nicht mitreden zu können, weil ich nicht wusste, ob ich da noch was nachholen musste, oder alle Infos hatte. Sogar jetzt bin ich mir immer unsicher wenn ich das Wiki besuche, was ich davon schon alles gelesen habe und was mir noch fehlt. Das wirkt dadurch immer sehr daunting und macht es mir noch schwerer, die Zeit tatsächlich zu nutzen, um up to date zu bleiben.

Geteilte Map

Was die Map angeht, hab ich ähnliche Gefühle. Ganz am Anfang, als nur offizielle Sachen eingetragen waren, hatte ich mir die Sachen einmal durchgelesen. Das waren ja iirc größtenteils Wiederholungen / Zusammenfassungen von den Infos, die es schon auf dem Wiki gab. Dann hab ich die lange ignoriert, weil ich halt mit meinem Charakter noch nicht so weit war, eigene Sachen einzutragen und mir dann nur um Session 0 nochmal gelegentlich angeguckt. Es ist zwar schön, dass die jetzt auch so gut genutzt wird, aber irgendwie fühl ich mich dadurch absolut erschlagen. Wir haben aktuell (wenn ich mich nicht verzählt habe) 26 POIs / pins, von denen 11 von dir sind und 15 von uns. Ich finde es unendlich schwierig, mir die alle durchzulesen und für mich einzuordnen. Weil vieles sind ja Orte, von denen mein Charakter noch nie etwas gehört haben würde. Andere Sachen sind relevante Orte aus Backstories der anderen Charaktere und dadurch für mich als Spieler*in natürlich interessant. Und nochmal andere sind einfach nur irgendwelche Ideen, die die Welt shapen könnten. Ich find die Idee, zusammen an der Welt zu arbeiten eigentlich ganz nett, aber so ist das irgendwie einfach eine ewige Liste an Dingen, die ich mir merken muss, die teilweise sehr mein Bild von der Welt ändern (also als ich die offiziellen offiziellen Sachen zu dem Campaign Frame gelesen habe, hatte ich ein bestimmtes Bild von der Welt, als ich deine Sachen im Wiki gelsesen habe, hat sich das ein klein wenig geändert und jetzt noch die vielen weiteren Ideen, von denen ich nicht weiß, ob die eher so leichter canon, oder canon canon sind, sorgen dafür, dass ich irgendwie in meinem Kopf kein kohärentes Bild von der Welt mehr habe). Und auch hier wieder - man kriegt keine notifications. Das heißt wenn man up to date sein möchte, muss man in regelmäßigen Abständen reingucken, weil man sonst gefahr läuft, out of the loop zu sein. Sogar, wenn da nicht oft was dazu kommt, die Angst ist halt immer da.

Kommunikation mit anderen und einbinden der Charaktere

Neben den offiziellen Wegen, an Informationen zu kommen, hat man natürlich häufig Gespräche mitbekommen. Von Hiros und Imkes Charakter hatte ich vor Session 0 schon ein grobes Bild. Und in den Gesprächen hab ich dann so am Rande auch immer Sachen über die Welt gehört. Das war dann natürlich meistens nichts großes, aber wenn man das einmal gehört hat, bleibt es im Kopf und langsam bin ich mir unsicher, wenn ich mich an irgendetwas aus der Welt erinnere, wo ich die Info her hab und ob / wo ich das nochmal nachgucken könnte. Normalerweise wär das natürlich alles keine große Sache aber irgendwie hat sich das mit dem Rest ein bisschen hochgespielt. Ich hatte sowieso schon immer ein schlechtes gewissen, wie wenig ich mich auf die Kampagne vorbereitet habe, aber wenn ich dann mitbekommen habe, wie lange die anderen mit dir teilweise in calls saßen und die Charaktere zusammen ausgeklügelt haben, dabei aber natürlich auch die Welt geshaped haben, hab ich mich irgendwie “zurückgelassen” gefühlt (nicht aktiv von irgendjemandem, weil ich ja wie gesagt aware bin, dass ich selber hier das Problem bin).

Fazit

Insgesamt hat das alles dazu geführt, dass ich Angst vor Session 1 bzw. insgesamt vor der Kampagne hatte. Ich glaub das war vlt auch der Grund, warum ich ursprünglich vorgeschlagen hatte, erst noch weiter Root zu spielen und dafür bei Daggerheart später einzusteigen. Weil dann hätte ich einen “Grund” out of the loop zu sein und alles nach und nach zu lernen. So war das in meinen Augen ein enormer Arbeitsauftrag bevor wir überhaupt angefangen haben und ich hatte das Gefühl, dass ich mir, aber auch euch ein bisschen den Spaß ruiniere, wenn ich mich nicht genug damit befasse. Inzwischen hab ich mich glaub ich mit allen Sachen irgendwann mal befasst, aber es fühlt sich immer noch so an, als hätten vor allem Hiro und Imke immer viel mehr Informationen (zum einen, weil sie sich die Sachen “besser” gemerkt haben, aber eben auch weil sie die Welt mit dir zusammen gestaltet haben) und als wär ich nur so “dabei”. Worldbuilding ist halt immer ein iterativer Prozess. Und wenn wir das schon vorm spielen machen wollen heißt das, dass sich alle immer wieder damit befassen müssen und man sich nicht einen Tag nehmen kann, an dem man sich auf die Kampagne vorbereitet.

Bei D&D find ich das irgendwie immer einfacher. Zumindest in meinen Kampagnen hat man nicht allzu viele Infos im vorhinein bekommen. Da konnten sich alle Spieler*innen einfach wilde Sachen für deren Backstory ausdenken und man hatte die Wahl, diese entweder in die offizielle Lore einzubinden, oder komplett sein eigenes Ding zu machen. Und im Laufe der Kampagne findet dann eine Art “Dialog” statt, dass man erfährt, was sich der DM bei den Sachen gedacht hat und durch die eigenen Reaktionen darauf widerum die Welt weiter shapen konnte. I am aware, dass Daggerheart hier halt einfach eine ganz andere Philosophie hat, und dass der Fakt, dass Campaign Frames auch nochmal in ihrer eigenen Welt spielen, hier auch bestimmt, wie viel man sich vorbereiten muss.

Es kann also gut sein, dass das einfach nur eine Kombination daraus ist, dass ich es nicht gewohnt bin und halt nicht so viel Zeit hatte. Und ich glaub weil ich das jetzt so lang ausgeführt hab, klingt es auch “schlimmer”, als ich es tatsächlich fand. Aber gerade weil das so eine neue Sache ist und Daggerheart da sehr drauf aufbaut, wollte ich kommunizieren, dass das für mich nicht nur Vorteile hatte.

Optimale Größe einer Daggerheart Truppe

Ich glaub du hast um Session 0 rum ja mitbekommen, wie disheartened ich zwischendurch war wegen meiner Klasse. Das lag glaub ich einmal einfach an der oben beschrieben exhaustion. Und es ist natürlich unglücklich, dass ich genau auf Sorcerer geendet bin. Jetzt hab ich da kein Problem mehr mit, aber zu dem Zeitpunkt war ich da relativ auffällig traurig drüber. Tendenziell gilt für mich bei Roleplay immer, dass ich fille. Das war schon immer so, das wird auch immer so sein. Zum einen ist für mich bei meinen Charakteren immer wichtiger, was für einen vibe die haben und was für eine Geschichte sie erzählen, als die Klasse. Bzw. ich denk mir eigentlich nie einen Charakter aus, der ganz klar zu einer Klasse gehört und mit anderen nicht funktionieren würde. Und ich find halt, dass beim Roleplay immer die Gruppendynamik im Vordergrund stehen sollte und dann will ich keinen Charakter spielen, der mir zwar vlt ein bisschen mehr Spaß macht, aber bei den anderen was kaputt macht. Das ist alles so weit kein Problem.

Nur bei anderen Systemen heißt das halt meistens, dass man so diese Standard-Rollen (Tank, Frontline DPS, Spellcaster, Supprt) versucht zu befüllen. Und gerade durch Subclasses hat man Oft die Option, solche Rollen auf unterschiedlichste Art zu belegen. Aber durch das Domain-System, seh ich aktuell nicht, dass ich je einen Daggerheart Charakter bauen würde, der sich die Karten mit einer anderen Person teilen müsste. Ich kenne mich hier. Ich würde immer erst der anderen Person die Wahl lassen. Das ist an sich nicht so schlimm, aber würde dann natürlich in the long run bedeuten, dass die andere Person quasi nicht nur bestimmt, was für einen Charakter sie sich selbst baut, sondern auch was für ein Charakter ich dann nachher spiele. Und mit 5 Spieler*innen bedeutet das halt ganz einfach, dass die letzte Person kaum noch eine Wahl hat, wenn sie keine Dopplung haben möchte. Generell hab ich beim erstellen eines Charakters relativ viel ein Gefühl von “missing out”. Weil bei D&D hat man ja quasi nur zwei große Choices: Class und Subclass. Alle anderen Sachen (außer maybe Spells und Feats) sind eher ein automatisches Upgrade. Bei Daggerheart kommt ja die ganze Identität des Charakters über die Karten und man muss halt systematisch mindestens genauso viele Karten raus lassen, wie rein nehmen. Ich weiß nicht, ob das ein actual Problem für mich ist, aber hatte den Gedanken halt nur und dacht mir ich schreib das auch mal in meinem ewigen Infodump.

Neben dem Problem mit den Domainkarten / Klassen glaub ich aber auch, dass Daggerheart für eine bestimmte Art von Spieler*in noch mehr unter großen Gruppenzahlen leidet, als andere Systeme. Klar ist es bei Initiative-Systemen doof, ewig zu warten, bis man wieder am Zug ist. Aber gerade Spieler*innen, die am Tisch eher ruhiger sind, oder anderen den Vortritt lassen, leiden glaub ich sehr schnell an vielen Mitspielenden. Weil dadurch, dass jede Action eine bewusste entscheidung ist (weil man ja annoucen muss, dass man jetzt etwas tun muss), ist hier (zumindest bei mir) immer folgender Gedanke im Hinterkopf: “Ist das was ich jetzt vorhabe zu machen, so wichtig / cool, dass ich einer anderen Person das Spotlight ‘wegnehme’“. Natürlich ist das in echt kein Wegnehmen. Aber der Gedanke ist schwer loszuwerden. Und für mich bedeutet das in der Realität, dass ich tendenziell immer darauf achte, wer aktuell am wenigsten gemacht hat bzw. am unzufriedensten wirkt und versuche, nicht wieder am Zug zu sein, bis die Person das Spotlight hatte. Dazu komm ich im Feedback zu Session 1 nochmal explizit. Aber ich hab ein bisschen Angst, dass so Sachen wie bei Root mit dem Bären hier sehr leicht passieren können. Weil wenn eine Person sich gerade etwas cooles überlegt hat und dann jemand anderes das Spotlight nutzt, um die Situation auf eine andere Art zu lösen, kann das für Person 1 natürlich sehr schnell frustrierend sein. Und gerade das framing in “Szenen” und “Spotlight” sorgt glaub ich häufiger für solche Momente.

Fazit (this time actually)

Irgendwie viel gejammer in diesem Feedback. Und viel davon bezogen auf Dinge, die potentiell gar kein wirkliches Problem sein werden. Darum vielleicht an dieser Stelle nochmal: Alles was ich hier nicht spezifisch angesprochen habe, fand ich richtig richtig gut und ich find es trotzdem cool jetzt mit einem neuen System anzufangen und alles, inklusive dem Planning, ein bisschen systematischer anzugehen. Wenn dir das zu negativ war, lies also einfach Schnell das nächste Feedback weiter. Da ist dann alles wieder deutlich positiver 😉